Zwei ungleiche Vorgesetzte Es war an einem Montagmorgen im Frühjahr des Jahres 1976 und ich hatte Dienst als UvD in der Funkkompanie. Das die Soldaten nach ihrem Ausgang oder einer anstrengenden Skat- oder Doppelkopfrunde am Montagmorgen nicht gerade voller Tatendrang aus den Betten hüpften, um freudig gestimmt am Frühsport teilzunehmen, war mir aus eigener Erfahrung reichlich bekannt, deshalb ging ich mehrmals von Stube zu Stube um diesen Bestrebungen entgegen zu wirken. Hatte ich die Soldaten der letzten Stube aus den Federn bekommen, da hatten sich schon in der ersten Stube einige Soldaten wieder die Decke über die Ohren gezogen. Das unser ehemaliger Divisionskommandeur, Generalmajor Magnitzke, jetzt Chef Ausbildung im Militärbezirk, sich während einer Kontrolle unbemerkt und lautlos in unseren Kompaniebereich “reingeschlichen” hatte, um sich die Dienstfreudigkeit der Kompaniean- gehörigen zu betrachten, war mir total entgangen. Wie der Teufel es wollte, kam ich ahnungslos und polternd in eine Stube gebraust und wollte die schläfrigen Burschen erneut lüften, da stand Generalmajor Magnitzke in der Stube und begann mir einen “saftigen Vortrag” mit etwas erhöhter Lautstärke zu halten, wobei meine Wirksamkeit als UvD den Leitfaden seines Vortrages bildete. Mir fiel augen- blicklich die Anekdote ein, die ich noch vor einer halben Stunde am UvD-Tisch in der Armeerundschau gelesen hatte, wo ein Gefreiter zu einem General sagte, der ihm gerade im Beisein anderer Soldaten die Leviten gelesen hatte, daß es nicht gut sei, wenn sich zwei Vorgesetzte vor den Soldaten kritisieren würden, aber ich wagte es angesichts der roten Biesen nicht, die mir drohend entgegenleuchteten, mich in dieser Form zu äußern und nahm                                  den “Anschiß” diszipliniert entgegen. von Bernd Rücker