von Hans Pendzik Das Spiel der harten Männer Nun lagen wir schon über acht Wochen im Wald bei Kottengrün und es zeichnete sich noch kein Ende dieses “Dubcek-Krieges” ab. Das Wetter war saumiserabel und der Waldboden hatte das Wasser wie ein Schwamm aufgesogen. Uniform und Stiefel wurden gar nicht mehr richtig trocken. Um sich abzulenken und die Zeit zu vertreiben wurde in den Zelten Schach und Doppelkopf, aber vorwiegend Skat gespielt. Im Zelt der älteren Berufsunteroffiziere, in dem auch ich untergebracht war, hatte sich eine eingefleischte Skattruppe zusammengefunden, die ihren täglichen Skat als “Spiel der harten Männer” getauft hatten. Diese Bezeichnung war durchaus berechtigt, denn nicht nur das Skatspiel um die viertel Pfennige, sondern auch der Konsum erheblicher Mengen Alkohol rechtfertigten diese Bezeichnung.   Es war an einem Sonntag, als sich nach dem Abensessen wieder diese “Skatprofis” zum Wettkampf an den Tisch setzten und erst weit nach Mitternacht mit der zum Ritual gehörenden Runde Ramsch ihren Wettkampf beendeten.  An diesem Tag muß doch etwas zuviel von der obligatorischen “Sausebrausbrühe” getrunken worden sein, denn als wir am Morgen aufstanden, schwebte ein recht unangenehmer Geruch in unserem Zelt.  Zunächst dachten wir, daß jemand seinen Blähungen freien Lauf gelassen hatte, aber der Geruch stand im Zelt, wie ein Hecht im Karpfengewässer. Nun gingen wir der Sache auf den Grund und entdeckten den Stein des Anstoßes unter einen Feldbett, in dem Oberfeldwebel Schm.... noch schlief. Er hatte seine Unterhose ausgezogen, in der er aus welchen Gründen auch immer, einen überdimensionalen Haufen reingesetzt hatte. Damit niemand seine Missetat bemerken sollte, hatte er die Unterhose zusammengerollt und unter seinem                              Feldbett versteckt.